Bestandsaufnahme

J. hat mit mir heute nochmal Klartext geredet.

Ergebnis: Er möchte nicht derjenige sein, der meine Beziehung kaputt machen will. Ist klar...sowas will sich keiner anhängen, an sowas Schuld zu sein.

Also heist das, dass er nichts machen wird, solange ich nicht auf ihn zukomme. 

Ok...auch klar. Es liegt in meiner Hand, in meiner Entscheidung.

Doch falls ich sowas Unvernünftiges tun würde und alles mit meinem Freund über den Haufen werfen würde und dann zu J. gehe, wäre es genau das, was J. meinte. Er wäre sozusagen der Grund dann dafür, dass unsere Beziehung in die Brüche ginge. Klar.

Also rattert mein Kopf grad wie wild. 

Was ist J. für mich?

Ein sehr vielseitig interessierter, interessanter, netter, liebenswürdiger, zuvorkommender, chaotischer, tanzender, schusseliger Freund.

Doch erstmal weiter in der Bestandsaufnahme.

Die Situation vor J. 

Ich habe meinen Freund sehr lange nicht gesehen und darunter habe ich sehr gelitten. Einen gewissen Freiraum brauch ich schon, doch dieser Abstand ist mir einfach zu heftig.

Die Entfernung frisst an mir und an meinem Freund auch.

Doch er scheint das irgendwie lockerer wegzustecken. 

Es fällt mir immer schwerer, mich auf unsere gemeinsamen Wochenenden zu freuen, da sie mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden sind. Das Genervtsein überwiegt gerade die wenigen schönen Momente.

Habe ich mit meinem Freund überhaupt noch eine gemeinsame Grundlage? Natürlich haben wir ein paar gemeinsame Interessen im Freizeitbereich, aber auch Träume für die Zukunft. Doch es sind eher seine Träume, als meine. Auch wenn sie sehr verlockend klingen, sind es nicht gänzlich meine.

Die paar wenigen gemeinsamen Stunden sind oft geprägt von reger Geschäftigkeit und Arbeit. Was haben wir überhaupt noch an Gemeinsamkeiten? Tanzen...eher selten.

Vor J. war ich schon recht genervt von der ganzen Situation. Natürlich kann weder mein Freund noch ich etwas kurzfristig daran ändern. Doch werde ich die Geduld und Ausdauer aufbringen können, um das Ganze am Leben zu erhalten? Meine Motivation dazu ist gerade ganz tief im Keller.

Zurück zu J. 

Wir haben schon einige gemeinsame Interessen im Freizeitbereich. Doch ist das wirklich eine gute Grundlage für etwas Dauerhaftes? Oder ist das nur ein Strohfeuer?

Mich hat selber erstaunt, dass ich überhaupt ein paar Worte zu J. sagen konnte, ohne dass mir die Stimme brach oder ich in Tränen ausbrechen musste. Ein kleines Bauchkribbeln ist da. Doch was sagt mein Herz? Es schweigt. Vlt. ändert sich das "Verlieben" im Laufe des Lebens und man merkt es an anderen Sachen?

Vlt. ist J. auch einfach nur eine willkommene Abwechslung in meiner Beziehung. 

Mir kommt sie schon recht eingefahren vor. Irgendwie fehlt der "drive". Mir ist schon klar, dass meinem Freund auch sehr oft die Zeit für gemeinsame Unternehmungen fehlt, weil die Arbeit mal wieder vorgeht. Ich bringe dafür (denk ich mal) doch recht viel Verständnis auf, doch irgendwie muss ich recht oft zurückstecken. Und nein....mir passt das nicht! (Ja ich bin ein Egoist. Ich gebs ja zu.)

Doch was wären denn die Aussichten mit J.? Total ungewiss.

Und genau DAS reizt mich. Ich brauch einfach Neugebiet. Neue Erfahrungen, neue Umgebungen, neue Menschen. Ein Mensch, der immer wieder neue Seiten und Eigenheiten zeigt, ohne dass es einem langweilig dabei wird. Einen neuen Menschen kennenlernen...und seine Eigenheiten.

Oh man...ich bin so auf Neues fixiert. Echt beschämend!

Doch so einfach 3,5 Jahre gemeinsame Erlebnisse über den Haufen werfen? Würde unsere Beziehung wirklich das Gestehen meines Fremdgehens aushalten? Mein Freund hätte dann nie wieder Vertrauen zu mir. Und ehrlich gesagt möchte ich ihn nicht enttäuschen. Das hat er einfach nicht verdient. Eigentlich hat er mich nicht verdient, da ich ihn hintergangen hab. (Noch ein Grund, um Schluss zu machen?)

Er meinte heute noch, bevor ich ausging, dass ich keinen Quatsch machen soll, als ob er es geahnt hat. Ehrlich gesagt, hab ich wirklich mit dem Gedanken gespielt, nochmal etwas zu riskieren. J. kam mir aber zuvor (siehe oben).

Und ein Zwischending zwischen beiden ist keinem gegenüber fair. Obwohl es wohl sehr reizvoll wäre.

Ich hab eigentlich nicht wirklich Lust, einfach nur noch Dux zu machen, abzuwarten und alles beim Alten zu lassen. Die Zeichen stehen auf Veränderung. Entweder ich rede Klartext mit meinem Freund...oder ich kneife mal wieder. Ich feiges Huhn. -.- Was erwartet mich dann? Dieses Ungewisse ist für mich nicht sehr reizvoll. 

Was ich mir wünsche: Einen Freund zum anfassen, vor Ort. Viel Abwechslung und meine Freiheiten. Welcher Freund kann das?

Oh man...ich weis einfach nicht weiter.

Vlt. ein kleiner Trost: Tränen wollen sich nicht wirklich einstellen. 

Marona

22.11.08 01:06

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sany / Website (22.11.08 21:17)
kompliziert, kompliziert ....
aber ich kann dir nachfühlen ....